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Im Pferdelandpark vor den Toren der Städte Aachen, Herzogenrath und Kerkrade fließen viele Bäche. Fließgewässer haben eine wichtige Funktion zur Entwässerung ihrer Einzugsgebiete. Sie münden dabei in nächstgrößere Gewässer und diese schließlich irgendwann auch im Meer. Dabei prägen sie die Gestaltung der Landschaft entscheidend mit. Der Unterhalt der Bachläufe liegt in der Zuständigkeit des Wasserverbandes Eifel-Rur (WVER).
 Einer der vielen Bäche im Pferdelandpark: der Amstelbach
Der Unterhalt der Bachläufe liegt in der Zuständigkeit des Wasserverbandes Eifel-Rur (WVER). Er beschränkt sich aber nicht nur auf die Kontrolle der bestehenden Gewässer und die Sicherung ihrer Leistungsfähigkeit beim Wasserabfluss. Es geht um mehr: Der Mensch hat beständigen Einfluss auf das Wasser genommen, um sich seine Kraft dienstbar zu machen und sich vor seinen Gefahren zu schützen. Deswegen sind viele Gewässer in einen naturfernen Zustand versetzt worden.
Heute weiß man wieder um den vielfältigen Nutzen natürlich belassener Gewässer. Deswegen wurden und – im Falle des Amstelbaches – werden noch so genannte Konzepte für die naturnahe Entwicklung der Fließgewässer erstellt. Dabei geht es nicht nur um einen rein ökologischen Gewässerrückbau zugunsten der Natur. Auch der Mensch profitiert direkt davon. Ein Aspekt ist der Hochwasserschutz, ein anderer mit zunehmender Bedeutung auch der steigende Erholungswert von Gewässern in natürlichem Zustand. Immer mehr Menschen suchen wieder ein ursprüngliches Naturerleben als Ausgleich für das Leben in einer hochtechnisierten Welt.
Um die genannten Ziele zu erreichen, werden nach und nach in Trägerschaft des WVER Projekte entwickelt, mit den zuständigen Behörden abgestimmt und durchgeführt. Im Pferdelandpark kümmert sich der WVER um die folgenden Bäche.
Die Wurm bei Wolfsfurth
Die Wurm wird an zwei Stellen zwischen Aachen und Herzogenrath an der Krefelder Straße und an der Wolfsfurther Mühle naturnah umgestaltet. Dies führt zum einen zu einer Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit für Fische und Kleinlebewesen. Zum anderen wird durch die Maßnahme auch der Hochwasserspiegel entlang der Kläranlage Aachen-Soers abgesenkt. Bei einem Bemessungshochwasser, das statistisch in hundert Jahren einmal vorkommen kann, würden weite Teile der Kläranlage nach der „Karte des Überschwemmungsgebietes der Wurm“ des Regierungsbezirkes Köln aus dem Jahre 2001 unter Wasser gesetzt.
Die geplante, naturnahe Umgestaltung vereinigt Belange von Natur- und Landschaftsschutz, Bodendenkmalpflege und Wasserwirtschaft und liegt der Stadt Aachen Stand September 2008 zur Genehmigung vor. Sie soll auch mit Mitteln der EuRegionale 2008 umgesetzt werden.
 Der Teich Kaletzbenden
Offenlegung des Amstelbaches und Aufgabe des Hochwasserrückhaltebeckens Kaletzbenden
In einem Rohr verläuft parallel der Amstelbach an der in Richterich gelegenen Teichanlage Kaletzbenden vorbei. Erst nach dreihundert Meter, unter dem Straßenzug Grünental und durch ein Waldstück hindurch, mündet er wieder in einen offenen Verlauf. Theoretisch könnte bei Hochwasser aus dem Amstelbach in diesen Teich Wasser abgeführt werden. Dafür besteht nach neueren Gutachten jedoch kein Bedarf mehr. Deswegen wird der Teich als Hochwasserrückhaltebecken aufgegeben. Der Amstelbach wird in Höhe des Teichs nach den „Richtlinien für naturnahen Gewässerbau“ offengelegt. Er passt sich in die Umgebung ein und wird zudem das Naherholungsgebiet rund um den dort gelegenen Zehnthof erheblich aufwerten.
Becken Uersfeld wird aufgegeben und naturnah gestaltet
Der Amstelbach fließt auch am Hochwasserrückhaltebecken Uersfeld vorbei und besitzt hier die theoretische Möglichkeit, überlaufendes Wasser in das Becken abzuführen. Neue Erkenntnisse ergaben, dass dieses Becken für den Hochwasserschutz nicht mehr gebraucht wird. Deshalb besteht jetzt auch hier die Möglichkeit, den gesamten Becken- und den Uferbereich naturnah umzugestalten. Beide genannten Projekte am Amstelbach liegen Stand September 2008 bei der Unteren Wasserbehörde der Stadt Aachen zur Genehmigung vor.
Wildbach im Bereich Strüverweg und der früheren Firma ELSA
Der Wildbach soll im Bereich der ehemaligen Tuchfabrik Beckers am Strüverweg mehr Raum zur natürlichen Entwicklung erhalten. Deswegen wird der gesamte Bachbereich so verbreitert, dass sich dort ein natürlicher, schlangenlinienförmiger Bachverlauf wieder entwickeln kann. Im Bereich der früheren Firma ELSA verläuft der Wildbach über das Firmengelände in einem schadhaften Rohr. Zurzeit laufen erste Planungen, den Bach an dieser Stelle wieder gemäß einem naturnahen Wasserbau offen zu legen.
Mehr Informationen zur Arbeit des Wasserverbandes Eifel-Rur.
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