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Erfahren Sie mehr über die Geschichte der Landschaft des Pferdelandparks. Fragen wie: „Was bedeutet Kulturlandschaft?“, „Warum heißt der Park eigentlich Pferdelandpark?“ und: „Wie und wann ist er entstanden?“ werden hier beantwortet. Auch der Masterplan zum Pferdelandpark von Janson & Wolfrum kann hier heruntergeladen werden.
Nahezu jede Landschaft in Mitteleuropa ist durch menschliche Aktivitäten geprägt und geformt. Wir haben uns das Land nach unseren Bedürfnissen zu so genannten Kulturlandschaften gestaltet. Heute können wir darin eine Jahrhunderte währende Geschichte der Region und ihrer Einwohner ablesen. Im besonderen Maße trifft dies auf die zirka 2.000 Hektar große Fläche zwischen den deutschen Städten Aachen und Herzogenrath sowie der niederländischen Gemeente Kerkrade zu: Die Soers, das Hasenwalder Feld und die Horbacher Börde werden seit Jahrhunderten durch den Menschen genutzt.
 Einblicke in die Soers
Die Soers
Im Süden, insbesondere in der Soers, haben die Menschen der Natur einen ganz besonderen Charakter gegeben: im Gebiet des ehemaligen Sumpfgeländes gibt es grüne Wiesen, gliedernde Hecken und Baumreihen wurden angepflanzt, aber auch die Tuchindustrie und der Bergbau prägten die Landschaft. In den stadtnahen Bereichen formten schon frühzeitig die kulturellen Bedürfnisse der Städter die Natur. Sie betrieben und betreiben Fischzucht für die freitägliche Tafel, nutzten den Wildbach zum Antrieb von Wassermühlen. Aachener Stadtbürger bauten Sommersitze und Gärten in ehemaligen Hofgütern und pflanzten seltene Baumarten und Alleen, welche die kleinteilige Kulturlandschaft noch vielfältiger machten. So entstand ein Gebiet von besonderem landschaftlichen Reiz.
 Ausblicke über die Horbacher Börde
Die Horbacher Börde
Im Norden hingegen nutzen seit langem Landwirte die fruchtbaren Böden der Horbacher Börde. Sie haben weite Feldfluren und große, weit einsehbare Äcker angelegt, die den Charakter der Landschaft prägen. Alte Dorflagen und Hofgüter, historische Wegebeziehungen sowie Wegekreuze erzählen die Geschichte dieser Region.
 Impressionen vom Hasenwalder Feld
Hasenwalder Feld
Zwischen beiden Landschaften liegt das Hasenwalder Feld. Im Umkreis der alten Ortschaft Berensberg und des Gutes Hasenwald geht die kleinteilig strukturierte Landschaft der Soers hier in offenere landwirtschaftliche Bereiche über.
Landwirtschaft mitten im städtischen Gebiet mit Potenzial zur Erholung
Die Landschaften umgeben heute dicht bebaute Wohngebiete. In einem Umkreis von zwei Kilometer leben rund 160.000 Menschen. Bisher wurden die Reste landwirtschaftlicher Fläche nicht durch Siedlungs- oder Straßenbau in Anspruch genommen. Sie liegen aber nicht außerhalb der Städte, sondern stellen eher eine große Freifläche in der Stadt dar. Die Einwohner der unmittelbaren Umgebung suchen nach nah gelegenen Erholungsmöglichkeiten. Bislang jedoch wird das Gebiet als ein Stück Stadtrand, als landwirtschaftliche Fläche oder Naturfläche, die schlecht erschlossen ist, wahrgenommen, die scheinbar nur über wenige Qualitäten für die Naherholung verfügt. Damit wird es heute seiner potenziellen Funktion und Qualität als Erholungsgebiet nicht gerecht.
Das Konzept des Pferdelandparks
Hier setzt das Konzept des Pferdelandpark an, das die Städte Aachen, Herzogenrath und Kerkrade seit 2004 gemeinsam entwickeln und umsetzen: Es will die Geschichte und Struktur der vorhandenen Kulturlandschaften in einem umfassenden Sinn integrieren, analysiert ihre Stärken und Schwächen. Es greift Entwicklungen und damit verbundene Potenziale und Chancen für die Zukunft auf. Schließlich verbindet es alles zu einem neuartigen „Landschaftspark“ unserer Zeit.
Der Masterplan des Münchener Stadtplanungsbüros Janson + Wolfrum zeigt, dass die Flächen des Pferdelandparks nicht neu gestaltet werden müssen. Die vorhandene Landschaft hat selbst so hohe ästhetische Qualitäten und vielfältige Erholungsmöglichkeiten, dass sie bereits als Park erlebt werden kann, wenn kleine Maßnahmen umgesetzt werden: die Zugänglichkeit von außen und innen verbessern; ausreichend Wege für verschiedene Nutzer wie Radfahrer oder Spaziergänger schaffen, die auf die Qualität der Landschaft reagieren und sie steigern; gezielte sparsame landschaftsarchitektonische und künstlerische Eingriffe, die das Bewusstsein für diese Qualitäten wecken und die historische Kontinuität der Landschaftsgestaltung fortsetzen.
Den Freiraum ins Bewusstsein der Bevölkerung bringen
Ziel ist es, die Fläche zwischen Aachen, Kerkrade und Herzogenrath ihrem Wert entsprechend als Parklandschaft der Bevölkerung in seiner Umgebung ins Bewusstsein zu bringen. Der „Weiße Weg“ schlängelt sich durch den Park und bildet seine Struktur und sein Gerüst. An mehreren Stellen inszenieren Stationen die besonderen Qualitäten der Landschaft und machen sie erlebbar. Beide Elemente führen bei Besuchern des Parks dazu, dass ein neues Bewusstsein für die sie umgebende Landschaft und gleichzeitig ein neuer Gebrauch entsteht: Während die Flächen weiterhin landwirtschaftlich genutzt bleiben, wird durch gezielte punktuelle und lineare Eingriffe der gesamte Landschaftsraum zum Park.
Mit der offiziellen Anerkennung als EuRegionale 2008-Projekt im September 2005 fiel der Startschuss für detaillierte Planungen. Erste Ergebnisse sind bereits am Lousberg sichtbar, ein Großteil der Maßnahmen wird im Präsentationsjahr der EuRegionale 2008 fertig gestellt und eröffnet.

Das Booklet zum Pferdelandpark (15 MB Auszug aus dem Masterplan)
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